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Nach einem langen und harten Arbeitstag im Büro stellte Lilli fest, dass auf ihren Schulterblättern kleine Flügel gewachsen waren: schmutzig rosafarbene, verletzlich wirkende Hautgebilde, die wie Gelsenstiche juckten und sich von ihr mit einiger Willensanstrengung sogar ein wenig hin und her bewegen ließen. Vor lauter Angst schnitt sich Lilli die Flügel mit einer Schere ab und spülte sie im Klo hinunter. Sie überlegte, ob sie vielleicht nachwachsen würden, aber diese Sorge erwies sich als unbegründet. Die Flügel kamen nie mehr wieder, egal wie lang und hart Lillis Arbeitstage auch waren, bis ans Ende ihres kurzen Lebens. aus: 'Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes', Clemens Setz (Suhrkamp)

Ob nun die schiere Panik der namensgebenden Protagonistin in Clemens Setz’ Kurzgeschichte, oder die vielen Missstände, die im Großen wie im Kleinen auch im wirklichen Leben vorherrschen, die Dame und die Herren von L i l l i (Ex-voxpop) sind aufmerksame Beobachter*innen. Sie schauen genau hin, ohne den Anspruch, selbst immer den vollen Durchblick zu haben. Sie leisten sich eine Meinung. Sie trauen sich, auch mit unbequemen Wahrheiten um die Ecke zu kommen und hier und da mit dem Zeitgeist anzuecken.

Ihre Haltung kleiden sie in melodiösen Post-Pop mit deutschen Texten – mal romantisierend und zerbrechlich, mal wuchtig und erdrückend.

Im Herbst 2019 präsentieren die drei Leipziger Jungs und Ihre Rostocker Sängerin ihre Debüt-EP und empfehlen sich damit für die Bühnen des Landes.

FOTOS

Hochauflösende Bilder befinden sich im Infopaket unter „Downloads“.

Fotos: © Angelina Perke

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